Datenschutz-Risiko – Amazons Dash Button

Seit 2016 ist der Amazon Dash Button auch in Deutschland erhältlich. Für den Verbraucher ist aus datenschutzrechtlicher Sicht Vorsicht geboten.
Amazon Dash Button
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Lange Zeit sah es so aus, als würde der Amazon Dash Button in Deutschland keinen Einzug finden. Doch seit Mitte/Ende 2016 ist der Button nun auch in Deutschland erhältlich.

Amazon Prime Kunden sollten bei der Nutzung des Dash Buttons den Datenschutz nicht außer Acht lassen. Denn es besteht die Gefahr, dass der Kunde äußerst durchsichtig und sein Handeln vorhersehbar wird, was von Unternehmen zu kommerziellen Zwecken ausgenutzt werden kann.

Amazon Dash Button als Alltagshelfer

Der Amazon Dash Button bietet dem Verbraucher oder Unternehmer (je nachdem wer den Button nutzt) eine enorme Erleichterung. Anstatt selbst zum Supermarkt zu gehen, genügt ein einfacher Knopfdruck und der bestellte Artikel wird innerhalb der nächsten Tage geliefert. Doch für diesen Komfort müssen die Nutzer einen Teil ihrer Privatsphäre aufgeben.

Um den Amazon Dash Button zu nutzen, bedarf es keiner großen IT-Kenntnisse. Der Button ist kinderleicht einzurichten und zu bedienen. Über WLAN und Bluetooth ist der Dash Button mit Amazon direkt verbunden. Über die Applikation auf dem Smartphone lässt sich nun festlegen, welcher Artikel bei einem Knopfdruck bestellt werden soll und in welcher Stückzahl. Allerdings kann pro Button nur ein Artikel festgelegt werden.

Drückt der Verbraucher nun den Dash Button, wird umgehend eine Bestellung bei Amazon eingeleitet, ohne dass der Verbraucher sich an seinen Computer setzen muss oder die Ware „umständlich“ übers Smartphone bestellt.

Bislang kann der Button allerdings nur von Prime-Kunden genutzt werden und es steht nur eine kleine Palette an Produkten zur Verfügung, welche der Verbraucher bestellen kann. Dies soll sich laut Amazon aber in nächster Zeit ändern.

Dash Button verfügt über Bestellschutz

Amazon hat mit der ersten Version des Dash Buttons zugleich einen Bestellschutz eingeführt. Wird der Button einmal betätigt, so kann der Artikel erst erneut bestellt werden, wenn die alte Bestellung vollständig angekommen ist. Damit soll verhindert werden, dass der Kunde ausversehen mehrfach den Button betätigt oder sich Kinder an dem Button vergreifen. Doch hat Amazon neben dem Bestellschutz auch an den Datenschutz gedacht?

Risiken im Bereich des Datenschutzes – Der gläserne Kunde

Grundsätzlich sollte der Amazon Dash Button nicht von Anfang an verteufelt werden. Er bietet Vorteile sowohl für den Verbraucher als auch den Unternehmer, der die Waren zur Verfügung stellt. Allerdings sollte sich der Verbraucher bewusst sein, dass er mit der Nutzung ein gewaltiges Stück seiner Privatsphäre offen legt. Gerade dann, wenn er mehrere Amazon Dash Button nutzt.

Denn je häufiger ein Kunde den Dash Button benutzt, desto detaillierter werden die Informationen die Amazon erhält. Zusammen mit weiteren Bestellinformationen ist Amazon in der Lage ein gewaltiges Benutzerprofil zu erstellen. Nach kürzester Zeit weiß das Unternehmen, wann der Verbraucher beispielsweise kein Toilettenpapier oder kein Shampoo mehr hat. Mit diesem Benutzerprofil wäre es Amazon theoretisch möglich die Ware zukünftig auch ohne Dash Button zu verschicken. Denn meist handelt es sich um Alltagswaren die sehr regelmäßig und in meist gleichen Intervallen bestellt werden.

Weitreichendere Benutzerprofile als bislang?

Zwar war es Amazon bisweilen auch möglich solche Benutzerprofile über die normalen Bestellungen zu erstellen, allerdings kaufte der Kunde bis dahin Alltagswaren meist mehr oder weniger anonym im Supermarkt. Ob sich dies in Zukunft durch den Dash Button ändern wird, bleibt abzuwarten.

Benutzerprofil kann vom Unternehmen umfassend genutzt werden

Allerdings bringt der Dash Button für das Unternehmen dahinter viele Vorteile, die durchaus zum Nachteil des Nutzers ausfallen können. Durch das Benutzerprofil kann der Unternehmer gezielt zu bestimmten Zeiten für bestimmte Produkte werben und die Kaufentscheidung des Kunden beeinflussen. Auch ist es dem Unternehmen möglich, die Preise für das vom Dash Button bestellte Produkt dynamisch zu verändern. Das Problem hierbei ist, dass die Preisänderung nur über das Smartphone erkennbar ist. Eine gesonderte Mitteilung erhält der Nutzer erst dann, wenn der Preis um mehr als 10% steigt.

Das System hinter den Amazon Dash Buttons ist verlockend einfach und auch für andere Unternehmen höchst interessant. Es erleichtert den Onlinekauf enorm und macht es dem Nutzer besonders schmackhaft um einen möglichst hohen Umsatz zu generieren. Nach der derzeitigen Rechtslage ist die Nutzung der Buttons ein grenzwertiger Bereich. Welche Haltung die Gerichte in Zukunft im Bezug auf auftretende Fragen einnehmen werden, bleibt abzuwarten.

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