Das European Union Intellectual Property Office (EUIPO) warnt aktuell vor betrügerischen E-Mails, die offiziell aussehen und angebliche Rechnungen oder Zahlungsaufforderungen im Zusammenhang mit Marken- oder Designanmeldungen enthalten. Das EUIPO weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine Zahlungsaufforderungen für Dienstleistungen per E-Mail oder Post verschickt. Wenn Sie eine solche Mail erhalten: nicht reagieren, keine Links anklicken, nicht überweisen und sofort melden.
Diese EUIPO Betrugswarnung betrifft alle, die internationale oder EU-weit geschützte Marken bzw. Designs über das EUIPO anmelden, verwalten oder erneuern lassen.
Worum geht es?
Immer wieder erhält die IP-Community — Markenanmelder, Designnutzer, Agenturen — betrügerische E-Mails, die vorgeben, vom EUIPO zu stammen. Diese Mails enthalten angebliche Rechnungen oder Zahlungsaufforderungen, oft mit offiziellen Logos, Briefköpfen und vermeintlicher E-Mail-Adresse von EUIPO-Führungskräften. Empfänger sollen angebliche „Registrierungsgebühren“ in Kryptowährung oder auf ausländische Bankkonten überweisen. Solche Forderungen sind gefälscht.
EUIPO Betrugswarnung im Kontext
Das EUIPO betont ausdrücklich: Es versendet keine Zahlungsaufforderungen per E-Mail oder Post. Zahlungen und offizielle Kommunikation erfolgen ausschließlich über seinen gesicherten „User Area“-Bereich. Die betrügerischen Mails missbrauchen EUIPO-Logo, Name und offizielle Briefköpfe — oft mit gefälschter Unterschrift. Der Versuch ist Teil einer breiteren Welle von IP-bezogenen Scams: Ähnliche Warnungen gibt es auch beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und bei der WIPO.
Praxisfolgen
Die Risiken sind erheblich: Wer auf solche Forderungen reagiert und überweist, verliert das Geld meist unwiderruflich. Werden echte Gebühren nicht bezahlt, droht der Verlust des Marken- oder Designschutzes. Besonders Unternehmen, die Schutzrechte verwalten, riskieren Reputationsschäden durch Fehlüberweisungen oder verspätete Erneuerungen. Auch Agenturen und Kanzleien, die Markenportfolios im Auftrag Dritter betreuen, sollten ihre Mandanten aktiv auf die aktuelle EUIPO Betrugswarnung hinweisen und interne Prüfmechanismen für eingehende Zahlungsaufforderungen etablieren.
Die aktuelle EUIPO Betrugswarnung ist kein Einzelfall: Seit Jahren nutzen Betrüger den Moment nach einer Marken- oder Designanmeldung gezielt aus. Kurz nach der Veröffentlichung im amtlichen Register erhalten Anmelder Post oder E-Mails mit offiziell wirkenden Zahlungsaufforderungen — häufig von Absendern, die dem EUIPO, dem DPMA oder der WIPO zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Beträge bewegen sich typischerweise zwischen 500 und 2.000 Euro, oft für angebliche „Eintragungsgebühren“ oder „Veröffentlichungskosten“, die in Wirklichkeit nicht existieren. Besonders gefährdet sind Unternehmen ohne spezialisierte IP-Abteilung, die solche Schreiben nicht als Fälschung erkennen. Das EUIPO empfiehlt deshalb, intern klare Freigabeprozesse für IP-bezogene Zahlungen zu etablieren und im Zweifel immer den eigenen Markenanwalt oder die offizielle EUIPO-Hotline zu kontaktieren.
Was Sie tun sollten
Wenn Sie eine dubiose Mail erhalten: Reagieren Sie nicht, klicken Sie keine Links und überweisen Sie nichts. Prüfen Sie, ob die Zahlungsanforderung über den offiziellen EUIPO-Warnseite-User-Area oder per Rückfrage bei Ihrem Vertreter bestätigt wird. Verdächtige E-Mails melden Sie an CustomerCare@euipo.europa.eu. Leisten Sie keine Zahlungen auf ausländische Konten oder per Kryptowährung. Wickeln Sie Kommunikation und Zahlungen immer über offizielle Kanäle ab.
Haben Sie bereits überwiesen, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und erstatten Betrugsanzeige. Sind Sie unsicher, ob eine Mail echt ist, prüfen Sie im offiziellen User Area, ob die Forderung dort auftaucht, oder fragen Sie bei einem Markenanwalt nach.
Wie Sie Ihre Marke von Anfang an strategisch absichern, erfahren Sie in unserer Podcast-Folge Markenstrategie für Unternehmen: Schutz, der zum Geschäft passt.
Was bedeutet „offizielle Zahlungen nur über den User Area“?
Der „User Area“ ist das geschützte Online-Portal des EUIPO. Offizielle Gebühren für Anmeldung, Erneuerung und andere Leistungen werden nur dort fällig — nicht per E-Mail oder auf fremde Konten.
Kann ein Betrugsversuch meinen Markenschutz gefährden?
Ja, wenn echte Gebühren nicht bezahlt werden, kann der Schutz — sei es Anmeldung, Registrierung oder Erneuerung — gefährdet sein. Deshalb ist es wichtig, echte Forderungen immer mit offiziellen Informationsquellen abzugleichen.
Wie kann ich mich zukünftig schützen?
Nutzen Sie nur offizielle Dokumente und Kommunikationswege. Öffnen Sie keine E-Mails oder Anhänge von unbekannten Absendern. Melden Sie verdächtige Mails sofort. Definieren Sie innerhalb Ihres Unternehmens klare Zuständigkeiten und Prüfprozesse.
