Kaffeerecht Podcast

In unserem Podcast „Kaffeerecht“ besprechen wir in lockerer Kaffeerunde regelmäßig rechtliche Themen aus dem digitalen Alltag für Kreative, Unternehmer und Unternehmen.

Model Release, Auftragsfotografie und Haftung

Personenfotos sind aus Marketing, Unternehmenskommunikation und kreativen Projekten nicht wegzudenken. Gleichzeitig gehören sie zu den rechtlich sensibelsten Inhalten überhaupt. Sobald Menschen auf Bildern erkennbar sind, greifen Persönlichkeitsrechte – ergänzt durch die Vorgaben der DSGVO. In der Praxis entstehen Probleme dabei selten bei der Aufnahme selbst, sondern meist bei der späteren Nutzung der Bilder.

Auftragsfotografie: Verantwortung wird oft falsch eingeschätzt

Gerade bei Auftragsfotografie wird die Verantwortung häufig zwischen Fotograf und Auftraggeber hin- und hergeschoben. Auftraggeber gehen davon aus, der Fotograf kümmere sich um die Einwilligungen. Fotografen wiederum verlassen sich darauf, dass der Auftraggeber intern alles geregelt habe. Rechtlich ist das riskant: Haftbar ist regelmäßig derjenige, der die Bilder veröffentlicht und nutzt.

Model Release: Einwilligung reicht nicht – Nachweis ist entscheidend

Ein Model Release ist rechtlich eine Einwilligung bzw. vertragliche Regelung über Zweck, Umfang und Dauer der Bildnutzung. Zwar ist diese Einwilligung grundsätzlich formfrei möglich, praktisch entscheidend ist jedoch der Nachweis. Spätestens seit Geltung der DSGVO besteht eine Dokumentationspflicht. Ohne belegbare Einwilligung können Bilder im Streitfall nicht weiter genutzt werden – selbst wenn sie teuer produziert wurden.

Fehlende Einwilligung kann Inhalte wertlos machen

Fehlt ein Model Release oder ist es nicht auffindbar, droht mehr als nur rechtlicher Ärger. Im schlimmsten Fall dürfen Bilder nicht veröffentlicht werden oder müssen entfernt werden. Die gesamte Produktion – inklusive Kosten für Fotograf, Organisation und Zeitaufwand – kann damit wirtschaftlich wertlos sein.

Vertiefung im Podcast

In der aktuellen Folge von Kaffeerecht sprechen wir ausführlich über Model Releases, Haftungsfragen bei Auftragsfotografie und typische Praxisfehler. Die Episode richtet sich an Fotografen, Agenturen, Unternehmen und alle, die regelmäßig mit Personenfotos arbeiten.

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Shownotes

Weitere Folgen

Rechtlicher Umgang mit Fanfiction

In der heutigen Folge von Kaffeerecht sprechen wir über das spannende Thema Fanfiction. Was genau ist Fanfiction, und wie stehen die ursprünglichen Autoren dazu? Während einige es schätzen, wenn ihre Werke durch Fans fortgeführt werden, sehen andere rechtliche Probleme. Wir klären, welche rechtlichen Hürden auf Fanfiction-Schreiber zukommen und was es mit Urheber- und Persönlichkeitsrechten auf sich hat. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Liste verbotener Fandoms und erklären, welche Grenzen es für Fanfiction gibt.

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Die Auswirkungen des Digital Markets Act auf KI wie Apple Intelligence

In der neuesten Folge von „Kaffeerecht“ diskutieren wir die Auswirkungen des Digital Markets Act (DMA) auf KI-Technologien wie Apple Intelligence. Wir beleuchten die Gründe hinter der verspäteten Einführung von Apple Intelligence in der EU und vergleichen dies mit ähnlichen Fällen wie Threads von Instagram und Microsofts Copilot. Wir gehen auch auf die technischen Grundlagen von Apple Intelligence ein und analysieren, welche Herausforderungen und Sicherheitsrisiken der DMA für Unternehmen mit sich bringt.

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Newsletter ohne Einwilligung. Was ist erlaubt?

In dieser Episode sprechen wir über die Frage, wann Unternehmen Newsletter ohne vorherige Einwilligung versenden dürfen – und was das neue EuGH-Urteil vom 13. November 2024 praktisch bedeutet. Wir erklären, warum fast jeder Newsletter rechtlich als Werbung gilt, weshalb die „Bestandskundenausnahme“ entscheidend ist und in welchen Fällen die Registrierung eines kostenlosen Nutzerkontos bereits als „Verkauf“ gilt. Damit erweitert das Urteil die Möglichkeiten für Marketing-Teams und schafft dringend benötigte Rechtssicherheit im E-Mail-Marketing. 

Gleichzeitig zeigen wir die Grenzen auf: Welche Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein müssen, wo trotz Privilegierung Opt-out- und Hinweis­pflichten gelten und weshalb der Datenschutz (DSGVO) dennoch nicht vollständig verdrängt wird. Für Unternehmer:innen, Creator und Marketing-Teams ist diese Folge ein kompakter Leitfaden, um Newsletter rechtssicher und effektiv einzusetzen. 

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